Wer kann schon von sich sagen, ein Gedankengang gehöre ihm?

Bert Brecht hielt nicht viel vom Recht auf geistiges Eigentum. Wir auch nicht. Wir stellen die SoZ kostenlos ins Netz, damit möglichst viele Menschen das darin enthaltene Wissen nutzen und weiterverbreiten. Das heißt jedoch nicht, dass dies nicht Arbeit sei, die honoriert werden muss, weil Menschen davon leben.

Hier können Sie jetzt Spenden
Buch 1. Januar 2020

Ivan Blatný 1919–1990

Zum 100.Geburtstag
von Kai Böhne

Am 21.Dezember jährte sich der 100.Geburtstag des lange Zeit vergessenen tschechischen Dichters Ivan Blatný.
In den letzten Jahren stieg das Interesse an seiner Person. 2015 wurde Martin Reiners Roman über das Leben Blatnýs mit dem «Magnesia Litera», dem wichtigsten tschechischen Literaturpreis, als Buch des Jahres ausgezeichnet.

Kunst 1. Januar 2020

Plastiken vom 3D-Drucker

Zu Besuch beim Schöpfer des doppelten Rotulus
von Manuel Kellner

Wir sind gegen Ende November zu Besuch bei Eberhard Fiebig* in seinem Atelier in Kassel. Angela Klein ist schon lange Zeit mit ihm befreundet. Wir sehen Plastiken, darunter viele aus Kunststoff, Bilder und einen 3D-Drucker. Fiebig bewirtet uns mit Tee und Gebäck und spricht über seine Arbeit. Wir stellen ihm die eine oder andere Frage.

Geschichte 1. Dezember 2019

Max Hoelz…

und die individuelle Expropriation der Expropriateure
von Manfred Dietenberger

Das bilderbuchschöne, kleine Dorf Todtmoos-Rütte im Südschwarzwald dient schon seit langem vielen, Erholung an Leib und Seele suchenden Städtern als romantisches Refugium. Todtmoos-Rütte war über viele Wochen auch der Ort, an dem sich nach fast siebeneinhalb Jahren Gefängnis der zwar nicht gebrochene, aber durch die lange Isolierung und Einzelhaft doch angegriffene Revolutionär Max Hoelz (1889–1933) daran machte, wieder zu Kräften zu kommen und sich wiederzufinden. Viel zulange war er unschuldig von der Klassenjustiz der Freiheit beraubt gewesen.

Geschichte 1. November 2019

Mit Poulantzas kämpfen

Klassen und Staat im Kapitalismus, Teil 1von Thomas Goes

Am 3.Oktober 1979 nahm sich der marxistische Politikwissenschaftler Nicos Poulantzas das Leben, gerade 43 Jahre alt.

Poulantzas gehörte zu einer Generation marxistischer Intellektueller, die unter historisch außergewöhnlichen Bedingungen wirkte: innerhalb und im Umfeld der großen «eurokommunistischen» Parteien Italiens und Frankreichs, die nach einem demokratischen Weg zum Sozialismus suchten; im Schatten der Jugendradikalisierung Ende der 1960er Jahre und einer lebendigen, wenngleich sich dogmatisierenden radikalen Linken; im Rahmen eines Marxismusrevivals an den Universitäten, die zu Hochburgen der gesellschaftlichen Linken wurden.

Marxismus als strategische und eingreifende Wissenschaft Poulantzas verfolgte vor diesem Hintergrund eine Art «strategische und eingreifende Wissenschaft», die sich direkt auf die Kämpfe der Arbeiterbewegung und der Linken bezog. Deren Probleme wurden aufgegriffen, um durch Analyse und Theoriebildung zu ihrer Lösung beizutragen.

Zur Person 1. November 2019

Klaus Schilp (1931–2019)

Nachruf
von der SoZ-Redaktion

Unser langjähriger Genosse und Mitstreiter Klaus Schilp ist am 7.Oktober im Alter von 88 Jahren gestorben.
Klaus wurde am 13.April 1931 geboren. Er war lange Zeit mit Marianne verheiratet, die 2017 starb, und hinterlässt zwei Kinder.

Nur Online 18. Oktober 2019

Peter Handke

Literaturnobelpreisträger und Buhmann
von Dieter Braeg

Peter Handke, Literaturnobelpreisträger des Jahres 2019 längst ein Großmeister des bedachten Schweigens, machte zu Beginn seiner Laufbahn mit zwei spektakulären Auftritten auf sich aufmerksam.

Geschichte 1. Oktober 2019

Rekorde und Engagement

Luftfahrtpionier André Japy pendelte zwischen Tahiti und den Atollen
von Kai Böhne

In den frühen Morgenstunden des 29.Dezember 1935 starteten der ­Pilot und Schriftsteller Antoine de Saint-Exupéry und sein Mechaniker André Prévot mit einer Caudron-Renault-Simoun-Propellermaschine vom Pariser Flughafen Le Bourget, um einen Streckenrekord zu unterbieten. Wenige Tage zuvor war der Flugpionier André Japy in drei Tagen und 15 Stunden von Paris nach Saigon geflogen.

Sonstiges 1. Juli 2019

Über 28 Minuten Vorsprung bei der Tour de France

Sonderbriefmarke für Radsportlegende Fausto Coppi
von Kai Böhne

Am Abend des 29.Juni 1951 durchlebte der Radsportler Fausto Coppi die schmerzlichsten Stunden seines Lebens. Tagsüber hatte er gemeinsam mit seinem jüngeren Bruder Serse an der Piemont-Rundfahrt teilgenommen. Beim Abschlussspurt in Turin blieb Serse mit dem Vorderrad in einer Straßenbahnschiene hängen und stürzte auf den Kopf. Dabei erlitt er einen doppelten Schädelbruch. Die Ärzte im Krankenhaus konnten sein Leben nicht mehr retten, Serse starb an einer Hirnblutung.

Buch 1. Juli 2019

200 Jahre Theodor Fontane

«Ich habe mich heut der Reaction verkauft»
von Paul B. Kleiser

Im Unterschied zu den anderen Autoren des «poetischen Realismus», die im deutschsprachigen Raum die wichtigsten Novellen und Romane des 19.Jahrhunderts verfasst haben – etwa Theodor Storm, Wilhelm Raabe oder die beiden Schweizer Gottfried Keller und Conrad Ferdinand Meyer –, hatte Theodor Fontane immer ein großes Lesepublikum. Nach dem Ende der DDR hat der Einfluss dieses urpreußischen Autors wohl noch zugenommen. Besonders seine «Frauenromane», die eigentlich Gesellschaftsromane sind, Cécile, Stine, Frau Jenny Treibel und natürlich Effie Briest, erfreuen sich nach wie vor großer Beliebtheit.

Nur Online 8. Mai 2019

Von Opportunismus und Panik geprägt

Angriffe gegen Kevin Kühnert erbärmlich
von Dieter Schulze-Marmeling

„Seine größte Stärke ist die Schwäche der anderen“, schrieb vor einigen Monaten Catarina Lobenstein über Kevin Kühnert in der „Zeit“. Die letzten Tage haben diese Einschätzung bestätigt. Deutschlands politische Elite hinterlässt in der Auseinandersetzung mit dem 29-Jährigen einen erbärmlichen Eindruck. Dies gilt auch für Teile von Kühnerts eigener Partei. Und das ist nicht gut für die politische Streitkultur.

Film 1. Mai 2019

Agnès Varda (1928–2019)

Zum letzten Film und ihren Werken
Paul B. Kleiser

Am 29.März ist die belgisch-französische Fotografin und Filmemacherin Agnès Varda in betagtem Alter gestorben. Bis zuletzt war sie als Regisseurin, aber auch als bildende Künstlerin aktiv; ihr letzter Film Varda par Agnès wurde auf der Berlinale uraufgeführt und soll bald in die Kinos kommen.

Geschichte 1. April 2019

Kein Denkmal für Le Corbusier

Trotz Ruhm – Faschist bleibt Faschist
von Manuel Kellner

Charles-Eduard Jeanneret-Gris, geboren als Schweizer, später französischer Staatsbürger und bekannt unter seinem Künstlernamen Le Corbusier, war Architekt, Architekturtheoretiker, Stadtplaner, Maler, Zeichner, Bildhauer und Möbeldesigner. Siebzehn seiner Bauten gehören zum Weltkulturerbe der UNESCO. Die von ihm vertretene Stilrichtung des «Purismus» (vom französischen «pur» für «rein») befürwortet rationale Kompositionen aus elementaren geometrischen Figuren ohne gewollt dekorative Effekte.