Der Alternativgipfel in Belém
›Wir fordern ein Ende von Krieg und Ausbeutung‹
dokumentiert
Vom 12. bis zum 16.November tagte im brasilianischen Belém parallel zum UN-Klimagipfel auch ein sog. Gipfel der Völker (A cúpula dos povos), den diverse soziale Bewegungen und Nichtregierungsorganisationen mit Unterstützung der brasilianischen Regierung organisiert hatten.
Die Inbetriebnahme von Stuttgart 21 ist erneut abgesagt
›Es wird kein Stein auf dem anderen bleiben‹
von Paul Michel
Schon länger gab es Hinweise darauf, dass es auch Ende 2026 nichts werden würde mit der geplanten Teileröffnung des neuen Stuttgarter Tiefbahnhofs. Mitte November bestätigte die neue Bahnchefin, dass die Inbetriebnahme zum x-ten Mal abgesagt wird. In den nächsten Wochen werde analysiert, was man insbesondere beim Projektmanagement anders machen müsse. Auch die Leistungsfähigkeit des Dienstleisters Hitachi wolle man überprüfen.
Mangelware Klimaschutz
COP30, CCS und neue Gaskraftwerke
von Wolfgang Pomrehn
Wenn diese Zeitung in der letzten Novemberwoche ausgeliefert wird, ist im brasilianischen Belém gerade die UN-Klimakonferenz zu Ende gegangen, die COP30. Seit 30 Jahren finden diese Konferenzen jährlich statt. Über internationalen Klimaschutz wird sogar schon seit Ende der 80er Jahre verhandelt. Dabei geht es meist darum, wann und wieviel die reichen Länder zahlen, um den Ländern des Südens bei der Anpassung zu helfen, und natürlich darum, wer wann und wieviel seiner Treibhausgasemissionen reduzieren soll.
Neues aus dem Bundestag
Shame on you, Merz
von Violetta Bock
Die Klimakonferenz COP30 hat das Klimathema wieder nach oben auf die Tagesordnung gerückt. Bei Redaktionsschluss ist das Ergebnis noch nicht absehbar. Die entscheidende Woche hat gerade erst begonnen. Bei der COP wird in stundenlangen Verhandlungen versucht, Einigung herzustellen zu Themen wie Just transition, Schutz der Wälder, Anpassungsmaßnahmen an die Klimakatastrophe, Ausstieg aus der fossilen Energie. Bei jedem einzelnen geht es um die Finanzierung und wie die Kosten global zwischen Verursachern und Betroffenen aufgeteilt werden.
IKEA und die Nachhaltigkeit
Umweltverbrechen mit Umweltsiegeln
von Volker Brauch
Jeder kennt den freundlichen Möbelkonzern mit seinen blau-gelben, schwedischen Erkennungsfarben, der das IKEA-Lebensgefühl in die Wohnung bringt. Ein Konzern auf der grünen Wiese mit seinen großen gelben Buchstaben, der sich als der sympathische Möbelladen von nebenan darstellt.
?Ehemals 1943 von Ingvar Kamprad in Südschweden mit einem kleinen Handelsbetrieb gegründet, ist IKEA innerhalb von 80 Jahren zum weltumspannenden Imperium und zum weltgrößten Möbelhandelsunternehmen gewachsen. Der Konzern, mit seiner beispiellosen Expansion, betreibt 433 Einrichtungshäuser in 50 Ländern. Insgesamt bedient IKEA global mehr als 63 verschiedene Märkte. Allein in Deutschland, dem wichtigsten Markt von IKEA, gibt es 54 Verkaufsstandorte mit etwa 20.000 Beschäftigten.
Zahlensalat
Oxfam: Die Klimakrise ist eine Krise der Ungleichheit
von wop
Die Superreichen leben bekanntlich mit Luxusjachten, Privatjets und ähnlichem auf besonders großem Fuße, und die Hilfsorganisation Oxfam hat anlässlich der diesjährigen Klimaverhandlungen ausgerechnet, was das für den Klimaschutz bedeutet.
Verhandeln bis es brennt
Die EU hat für die COP30 ihre Hausaufgaben nicht gemacht
von Wolfgang Pomrehn
Es wird mal wieder übers Klima gesprochen. Im brasilianischen Belém, an der Amazonasmündung, beginnt kurz nach Erscheinen dieser Ausgabe die diesjährige UN-Klimakonferenz, die 30. ihrer Art. Viel ist in den letzten 35 Jahren über Klimaschutz verhandelt und gestritten worden, doch geschehen ist wenig – viel zu wenig.
Never trust a CoP
Vor dem 30.UN-Klimagipfel in Brasilien
von Antônio Andrioli
Das langjährige Motto der Klimagerechtigkeitsbewegung gilt nach wie vor: Fossile Konzerne haben immer noch viel Einfluss auf den Weltklimagipfel, die Conference of the Parties (CoP). Die notwendigen Schritte zum Schutz des Klimas werden dort nicht gemacht. Klimaschutz bleibt Handarbeit – und das weiß auch die Bewegung in Brasilien, wo die UN-Klimakonferenz 2025 zum ersten Mal im größten Regenwald der Erde stattfindet: in Amazonien. Der Autor ist Politik- und Sozialwissenschaftler an der brasilianischen Universität UFFS und schreibt über die Situation und den Widerstand in Brasilien.n
Klima und Klassenkampf
Wer zahlt den Preis der Zerstörung?
von John Clarke
Wenn wir an Klassenkampf denken, sehen wir meist Streiks oder Proteste gegen Sozialabbau. Doch die Klimakatastrophe wird zum zentralen Konfliktfeld der Arbeiter:innenbewegung werden. Denn wie bei der Covid-Pandemie treffen ihre Folgen Menschen ungleich – entlang sozialer, rassistischer und globaler Spaltungen.
Schritte zur klimagerechten Gesellschaft
Die Rolle der Arbeit bei der Transformation
von Sarah Glynn
Wenn die Menschheit überleben will, muss sie ihre Gesellschaft grundlegend verändern. Die Klimakrise verlangt nichts weniger als eine Neuorganisation unserer Wirtschafts- und Lebensweise. Doch viele betrachten den Kapitalismus als naturgegeben und verteidigen ihn selbst dann, wenn er unser Überleben bedroht.
Nach dem Scheitern des 1,5-Grad-Ziels
Wir stehen kurz vor den Points of no Return
von Annette Schlemm
Seit vielen Jahrzehnten wird vor drastischen Änderungen im Klimasystem durch menschliche Treibhausgasemissionen gewarnt, dennoch gehen die Emissionen immer weiter. Mittlerweile ist klar, dass das Ziel, unter einer globalen durchschnittlichen Temperaturerhöhung von 1,5 Grad zu bleiben, nicht mehr einzuhalten ist.
Die neue Bahnchefin wird es nicht richten
Auf die Tagesordnung muss die Vergesellschaftung der Deutschen Bahn
von Paul Michel
Eines muss man dem Bundesverkehrsminister lassen: Mit der Wahl von Evelyn Palla zur Bahnchefin hat er alle überrascht. Sie hat nämlich einen Lok-Führerschein und kann tatsächlich Zug fahren. Welch ein Unterschied zu Hartmut Mehdorn (1999–2009) oder Rüdiger Grube (2009–2017)! Von 2011 bis 2019 war Palla Managerin bei der Österreichischen Bundesbahn (ÖBB), die vieles besser macht als die DB. Als Regionalverkehrsvorständin bei der DB habe sie dann gute Arbeit geleistet, bescheinigen ihr Medien (etwa die Taz am 21.9.: »Sie hat gezeigt, dass sie es kann.«)